Vier Teilstrategien bringen Klarheit

Pionierunternehmen werden geprägt durch Macher. Vieles wird initiiert und aus dem „Bauch“ richtig entschieden. Ihre Nachfolger benötigen mehr konzeptionelle Führung – weil die Komplexität des Umfeldes und des Wirkungsrahmens zugenommen haben. Diese kann mit einem „Strategie-Quartett“ festgelegt werden.

Strategische Führung wird zum Muss

Die Schnittstellen zwischen Inhaber, Familie, Privatvermögen und Firma (Management und Mitarbeiter) sind vielfältig und anspruchsvoll. Dabei gilt es, folgende vier Themenfelder zu gestalten:

  • Personen (Lebenskonzepte des Eigners, der Familienmitglieder, der Nachfolger)
  • Familie (Credo, Familienrat, Family Governance)
  • Vermögen (Strategische Investitionseinheiten, Asset-Management, Risikoprofil)
  • Unternehmen (Strategie, Corporate Governance, Finanzplanung)

Instrumentelle Hinweise

Nachfolgend einige Hinweise zu den am häufigsten eingesetzten Instrumentarien:

Work-Life-Balance des Unternehmers (aber auch der Unternehmer-Nachfolger) meint nicht das Nacheinander, sondern das sinnvolle Nebeneinander von Beruf und Privatleben - als Schlüssel zu einem erfüllten Leben. Sie ist keine Altersvorsorge, bei der man das Angesparte später ausgezahlt bekommt. Sie ist auf die unmittelbare Gegenwart ausgerichtet und beginnt Jetzt und Hier.

Ein Familienleitbild kann nicht ohne vorgängige Klärung der individuellen Lebensplanung des Inhabers und allfälligen Nachfolgern erarbeitet werden. Es hat zur Aufgabe, die Interessen des Eigentümers mit denen der Familie in Einklang zu bringen. Der Leitfaden „Governance in Familienunternehmen zeigt die möglichen Inhalte.

Die Vermögensstrategie (auch Eignerstrategie) steht für die systematische integrierte Vermögensplanung der Familie, die Koordination des Mitteleinsatzes, Asset & Liability-Überlegungen, sowie die Abstimmung mit den Risikoneigungen der Beteiligten. Damit nicht alle Eier sich in einem Korb befinden, sind Strategische Investitionseinheiten (SIE) festzulegen. Und für jede SIE eine Mehrjahresstrategie niederzuschreiben.

Mit der Ausarbeitung des Unternehmenskonzeptes wird das letzte Element des Strategie-Quartetts formuliert. Es spiegelt die persönlichen Veränderungs-Initiativen der Eigner ebenso wie die Grundgedanken des Familienleitbildes wider und konkretisiert sie zu einem erfolgsgerichteten Geschäftsmodell für die Zeit nach dem Generationenwechsel.

Vor dem Hintergrund einer Ablöse des Eigners ist ein Übergang zu einer stärkeren instrumentellen Führung in vielen Fällen geradezu essentiell. Dann muss auch das Kontrollorgan (Verwaltungsrat) verstärkt werden mit unabhängigen Persönlichkeiten.

Bei der Verwirklichung der Unternehmer-Nachfolge ist der Beizug eines Experten sinnvoll. Er sollte ein Generalist sein mit viel Empathie für den Firmenchef und sein Umfeld (inkl. Ehepartner). Er müsste konzeptionell stark sein und praktisch handeln können.

Zusammenfassend:Das Thema „Strategische Führung“ darf nicht unterschätzt werden. Ein auf kurzfristige Erfolge ausgerichteter, technokratischer Approach nach der amerikanischen Maxime eines „try it – do it – fix it“ ist dabei nicht anzuraten. Der Schlüssel liegt im Ansatz  „Reflexion – Konzeption – Aktion“, der auf Langfristigkeit und Kontinuität angelegt ist.

Sie können die Ausarbeitung über das Strategie-Quartett hier herunterladen. (PDF: 310 KB)

Sicher haben Sie verschiedene  Fragen, die unbeantwortet geblieben sind. Möchten Sie mehr Details erfahren über die konkrete Vorgehensweise, über die Anzahl zu integrierende Personen oder über die benötigten Analysearbeiten? Mehr Details erfahren Sie im persönlichen Gespräch mit Dr. Leonhard Fopp.

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